
Der Bürgerausschuss – Ausrichter und Veranstalter des Warendorfer Strassenkarnevals
Blättert man in der kurzen, aber erfolgreichen Geschichte des Bürgerausschusses, so erklärt sich die Gründung nach Archivunterlagen folgender massen: 1951 sollte der erste Rosenmontagszug nach dem zweiten Weltkrieg durch die Strassen Warendorfs ziehen. So war es vom damaligen Senat der Warendorfer Karnevalsgesellschaft geplant. Jedoch, die von den Wirten und Geschäftsleuten zugesagten Gelder blieben aus. In einer Senatssitzung nach Aschermittwoch wählte man den Hofmarschall Hans Buschmann - Inhaber eines Reisebüros auf der Münsterstrasse – zum Organisator für den Rosenmontagszug 1952. Ihm zur Seite standen August Presser für die Finanzen, und die Gastwirte Karl Buller und Heinz Deckenbrock sen. für die Mittelbeschaffung. Ihnen gelang es 1952 einen Rosenmontagszug aufzustellen mit 17 Wagen, zahlreichen Fussgruppen und 5 Musikkapellen. Nur - nach Aschermittwoch wurden rote Zahlen geschrieben.
Da auf jeden Fall vermieden werden sollte und musste, dass die WaKaGe durch die Ausrichtung der Rosenmontagszüge in finanzielle Schwierigkeiten geriet, wurden zum 15.11.1952 Vertreter der Wirte und der Kaufmannschaft Warendorfs von Richard Winkels, dem damaligen Vorsitzender des Verkehrsvereins eingeladen, da ja dieser Zug auch eine zusätzliche Werbung für die Stadt war. Diese Versammlung fand bei Bernd H�ner - heute Gasthof" West End"- statt. Der Bürgerausschuss für den Rosenmontagzug wurde an diesem Abend gegründet. Der Vorsitzende des Wirtevereins, Bernd H�ner, wurde zum ersten Vorsitzenden des Bürgerausschusses gewählt. Sein Vertreter wurde mit Heini Hendker ein Warendorfer Getränkegrosshändler, Richard Winkels Schatzmeister, und Hans Buschmann übernahm die Schreibarbeiten.
Prinzenwagen im Wandel der Zeit: 1953 Hans II. (Wieskus) von der Plurenburg und 1977 Peanut I. (Brokamp) von Planten und Blomen
Wegen Arbeitsüberlastung legte Bernd H�ner noch vor Weihnachten 1953 den Vorsitz im Bürgerausschuss nieder. Heini Hendker rückte auf den Präsidentenstuhl nach. Mit Hilfe der Wirte Buller und Deckenbrock, die für ein gutes Spendenaufkommen sorgten, wurden in den folgenden Jahren Rosenmontagszüge geschaffen, die sich von Jahr zu Jahr steigerten.
Bis zum Jahr 1961 wurde der Bürgerausschuss geführt und vertreten von Wirten und Kaufmännern der Stadt Warendorf und einem Mitglied der Warendorfer Kamevalsgesellschaft. Mittlerweile war der Ausschuss auch bei der Wahl des neuen Prinzen verstärkt eingebunden.
1961 legte Heini Hendker das Präsidentenamt nieder. Ein Nachfolger für dieses Amt liess sich nicht finden, daher übernahm Richard Winkels (Prinz 1956), damals bereits Sitzungspräsident der Warendorfer Karnevalsgesellschaft, die zusätzliche Arbeit, um den Rosenmontagszug zu erhalten. Heini Hendker erhielt am Karnevalssonntag als Dank und Anerkennung für die geleisteten Tätigkeiten den Orden "Peterbrunnen" aus der Hand Se. Tollität Prinz Franz (Keuter) II., der Tanzende.
Als Richard Winkels 1963 zum Präsidenten der WaKaGe gewählt wurde, gab er den Vorsitz im Bürgerausschuss an Karl Brinkmann sen. weiter. Hans Schlieper, damals Leiter des Verkehrsvereins, Kalli Brinkmann (Prinz 1970), Reinhard Strate, Otto Strotmeyer (Prinz 1983) und Theo Pöppelmann (Prinz 1985) sind seit 1971 in dieser Reihenfolge die Nachfolger von Karl Brinkmann sen.. Lange Jahre stand Hermann Leson (1975 bis 2000) den jeweiligen Präsidenten als Schriftführer zur Seite.
Prinzenwagen 1988 u. 2002: Prinz Wolfgang I.(R�gge) vom Hande... u. Handel 1988,Prinz Klemens I.(Westrup), der fidele Immerda v. RCG u. Technika 2002
2005 übernahm dann Klemens Westrup(Prinz 2002) vereinbarungsgemäss das Präsidentenamt von Theo Pöppelmann(Prinz 1985), der zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde. Im Jahre 2007 obliegt die Leitung des Bürgerausschusses folgendem Team, in Klammern die Zugehörigkeit: Klemens Westrup (Prinz 2002/1974) Präsident u. Zugkoordinator, Theo Pöppelmann (Prinz1985/1985) Ehrenpräsident, Windfried Ivarand (1975) Zugkommandant, Ralf Sawukaytis (2003) Marketing u. Verlosung, Frank Korte (2005) Moderation und Finanzen, Frank Grontzki (2005) Technischer Berater.
Am 11.11. um 11.11. erfolgt seit einigen Jahren die Bekanntgabe des Karnevalsmottos, das von Warendorfer Bürgern kreiert wird. Damit ist es zu gleich die Aufforderung an Gesellschaften, Vereine, Schulen, aber auch Privatinitiativen, sich am Lindwurm der Freude in der Warenstadt zu beteiligen. Jubiläumstrubel und Heiterkeit, in Warendorf ist Narrenzeit lautet das Thema des Bürgerausschusses Warendorfer Karneval für die Session 2007.
Die Aufgaben des Bügerausschusses sind u.a. die Vorbereitungen für die Weiberfastnacht und den Rathaussturm, aber auch den Rosenmontagsumzug, der unter der Leitung von Zugkommandant Winfried Ivarand durch die Innenstadt zieht. Die organisatorischen Arbeiten laufen zum 11.11.jeden Jahres bereits auf Hochtouren. Kapellen müssen verpflichtet, Orden bestellt werden. Gesucht werden Fussgruppen, die bekanntlich das Bild eines jeden Umzuges abrunden, aber auch Wagenbesatzungen sind mit ihren närrischen Untersützen immer herzlich willkommen. Hierbei wird besonders Wert auf die Kostümierung der Wagenbesatzungen gelegt, weitere Kriterien sind das Motiv sowie das Erscheinungsbild. Äusserst ungern werden Dächer auf den Wagen gesehen, es sei denn, diese sind Bestandteil des Wagenmottos. Von den Zuschauern ist wiederholt Volksnähe gefordert worden, und dazu gehören nun mal offene Festwagen, damit die Wagenbe-satzungen den Kontakt zu den Närrinnen und Narren am Strassenrand halten können. Der Zug wird ab 2007 von Frank Korte, der diese Aufgabe von Vizepräsdident Addy Bröggelhoff übernimmt, vom Rathaus aus kommentiert, des weiteren wird Horst Gembries traditionell auf dem Wilhelmsplatz wieder seine Musikanlage installieren und die Narren zum Schunkeln bringen. Anmeldungen und weitere Infos erhalten die Gruppen auf einer Versammlung des Bürgerausschusses, der Internetseite Warendorferkarneval.de, die wichtige und interesannte Informationen und Themen zum Narrengeschehen im Warendorfer Strassenkarneval anbietet.

Erfolgreiche Fussgruppen und Träger des Orden Peterbrunnen im Warendorfer Rosenmontagszug: Willi Rolf (li.) sowie Heiner und Ingrid Bartmann(re.)
Bevor der neue Prinz die Macht und die Straßen der Stadt erobert, machen erstmal die Warendorfer Möhnen Weiberfastnacht auf dem Marktplatz Rabatz. Am Donnerstag vor Rosenmontag gibt es seit 1982 auf dem Markt ein buntes Programm mit viel Musik, Gesang und Tanz, bevor die offizielle Eröffnung der Weiberfastnacht und des Strassenkarnevals über die Bühne geht. Unter der Regie von Frank Korte stürmen die Möhnen mit dem Bürgermeister im Schlepptau Markt und Bühne und stimmen mit ihrer traditionellen Möhnenrede auf die tollen Tage ein. Kostproben ihres Könnens geben die Sänger des Warendorfer Karnevals, bevor gegen 17 Uhr dann Prinz Karneval erscheint. Anschließend wird der Mottofinder des jeweiligen Jahres geehrt. Mit etwaigen weiteren Ehrungen, u.a. der Ehrenmähne und dem Blaulichtfinale geht das Geschehen auf dem Markt zu Ende, und das Vergnügen in den zahlreichen Kneipen und Gaststätten, aber auch im Festzelt des Bürgeraus-schusses auf dem oberen Lohwall Warendorfs beginnt. Geöffnet ist das Zelt auch Rosenmontags ab 14.00 Uhr. Auch diese Veranstaltungen sind für die Finanzierung des Rosenmontagszuges unerlässlich und notwendig.
Der Ordensverkauf unterstützt trägt zur Finanzierung des Warendorfer Rosenmontagszuges bei. Das gute Stück wird während der Session vom Bürgerausschuss, dem HaBaKa (Handball-Karneval) und den Warendorfer Möhnen bei öffentlichen Veranstaltungen wie der Rathauserstürmung oder an Weiberfastnacht auf dem Marktplatz zum Preis von fünf Euro angeboten. Ralf Sawukaytis, verantwortlich für Marketing und die Verlosung, erinnert daran, dass Lose durch den JUKA441, die Warendorfer Möhnen und den HaBaKa 1984 e.V. auf allen karnevalistischen Saalveranstaltungen in Warendorf erhältlich sind, zudem werden Lose in Warendorfer Geschäften und Gaststätten angeboten; am Weiberfastnachtstag sowie am Karnevalssonntag kann man auf dem Warendorfer Marktplatz ebenfalls Lose erwerben. Der Lospreis beträgt 1 Euro und trägt seit Jahrzehnten entscheidend zur Finanzierung des Rosenmontagszuges bei.
Am Rosensonntag wird dann um 11.55 Uhr auf dem Markt der närrische Reigen fortgesetzt. Moderator Frank Korte, beliebte und bekannt Sänger aus dem Warendorfer Karneval, die WaKaGe-Hüpfer und Flöckchen werden die Narren auf den Rathaussturm einstimmen. Pünktlich um 12.11 Uhr wird dann Prinz Karneval mit den Warendorfer Narrenformationen den Markt erobern und zumindest bis Aschermittwoch Besitz vom Rathaus und der wahrscheinlich wieder leeren Stadtkasse nehmen. Der Bürgermeister arbeitet Jahr für Jahr mit seinem Team fieberhaft Verteidigungsstrategien aus, aber wer will sich ernsthaft närrischem Einfallsreichtum widersetzen? Die Proklamation der 11 närrischen Gebote durch den Hofmarschall, sowie die Verleihung des Ordens Peterbrunnen durch den WaKaGe-Präsidenten sind weitere Programmpunkte während der Veranstaltung.
Und dann kann er kommen, der Rosenmontag mit seinem Zug, dem alle Narren entgegenfiebern, der dann aber viel zu schnell vorbeigezogen ist. Und bereits am Tag danach heisst es für den Bürgerausschuss schon wieder: Nach dem Zug ist vor dem Zug. Fotos:Archiv WaKaGe/Foto Kaup